Rezensionen

Rezension: Larandia: Das Bündnis der Zehn von B.L. Bell

Hallo ihr Lieben!

Wenn ihr eine besondere Fähigkeit hättet, wie z.B. Gedanken lesen, Telekinese oder Flammen erzeugen, würdet ihr dann anderen davon erzählen oder es geheim halten? Und wie würdet ihr diese Fähigkeit einsetzen? Welche wäre es?

Ich würde mich ja z.B. nur zu gern in einen Wolf verwandeln können oder in die Zukunft sehen. Beides wäre mein Geheimnis, das ich nur mit wirklich vertrauenswürdigen Menschen teilen würde. Die Angst ist sonst zu groß, dass ich noch mehr als sonst abgelehnt werde.

In Larandia gibt es Menschen mit solchen Fähigkeiten. Und natürlich muss man vorsichtig sein, wem man sein Geheimnis anvertraut. Das weiß It-Girl Kimberly Berry nur zu gut. Aber sie nutzt ihre Kräfte heimlich als Vorteil.

Das Buch erschien am 1. August 2020 beim Eulogia Verlag.

Klappentext:

Der spannende Fantasy-Roman bietet über 300 Seiten Lesestoff für alle Fans des Genres und spielt mit seiner unvorhersehbaren Geschichte in der ersten Liga der Fantasy-Titel. Der erste Teil der neuen Larandia-Saga wird jetzt erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Der Titel begeisterte bereits unzählige Fantasy-Probeleser weltweit und verbindet knallharte Action, ein großartiges Abenteuer und eine romantische Liebesgeschichte in einem Werk. Die spannende Doppelhandlung, die stets zwei scheinbar unabhängige Geschichten miteinander verknüpft, umfasst Elben, Einhörner, Zentauren, die Klinge der Hoffnung, Beast-Krieger, das aufkommende Böse und das Portal in die andere Welt…

Larandia – das Land des Speziellen Volkes ist in Gefahr: Der Bannspruch der letzten Hohepriesterin Zerodyme droht sich aufzulösen und er bereitet seine Rückkehr vor. Er, der Schwarze Fürst, sendet bereits seine Häscher, die Rotkutten, aus, um die eine kleine Gruppe tapferer Krieger aufzuhalten, die ihn noch davon abhalten können, das mysteriöse Land um den riesigen Elmo-Strom mit seinen Beast-Kriegern zu unterwerfen. 

Gollnow, der mächtige Magier, führt die kleine Gruppe an. Er wird begleitet von dem Elben-Prinz Sanduiil, der Kriegerprinzessin Serenity, dem vorwitzigen Gnom Tulip und dem tapferen Ritter Andariel. Unterwegs schließt sich noch Lux an, ein geheimnisvoller Gestaltwandler. Doch die Ruhe wird plötzlich von den Rotkutten und ihren schnellen Terror-Vögeln unterbrochen, die bereits einen Überfall planen…

Kimberlys Welt ist perfekt: Partys, Freunde und Mode interessieren das IT-Girl, das gerade die High School in Kalifornien abgeschlossen hat. Mit ihrem Freund Justin bildet sie das absolute Traumpaar. Doch sie wird unerwartet aus diesem Traumleben gerissen: Plötzlich sterben ihre Eltern überraschend bei einem Flugzeugabsturz. Sie ist am Boden zerstört und muss in eine Nervenklinik. Ihr einziger Hoffnungsschimmer und letzten Verwandten: ihr Onkel und ihre Tante in Wick, einer verschlafenen Kleinstadt in Schottland. Dort muss sie von neuem anfangen und lernt Oliver kennen. Er ist der Star an ihrer neuen Schule und scheint sich für sie zu interessieren. Doch auch Adam, ein ruhiger, begabter Musiker, weckt ihr Interesse. Doch schnell muss sie feststellen, dass beide besondere Fähigkeiten haben – genau wie Kimberly selbst auch. Auch die Ruinen von Wick scheinen ein mysteriöser Ort zu sein und schon bald wird sie feststellen, dass auch sie ihre speziellen Fähigkeiten nutzen muss und selbst in den Kampf um Larandia verwickelt wird.

Interessantes Cover

Das Cover ist ein sehr interessantes Motiv. Bunt, mit vielen Einzelheiten und Motiven. Ich muss gestehen, dass man auf dem E-Book-Reader nicht viel erkennt, zumindest ist die Auflösung nicht sonderlich gut. Ich müsste es mal als Taschenbuch sehen.

Es ist allerdings definitiv ein Blickfänger und die Farben gefallen mir. Auch der Schriftzug gefällt mir sehr und ich war schon sehr neugierig, was mich dort alles erwartet.

Zwei Welten – zwei Geschichten

Auf den ersten Blick haben die beiden Geschichten erstmal nichts miteinander zu tun. In der einen Welt begleiten wir Gollnow, Serenity und weitere Gefährten, die alle aus Larandia stammen, auf ihrer Mission: Sie wollen den wahren Thronfolger finden und außerdem Hilfe beim speziellen Volk suchen.

Kimberly ist ein ganz normales, sehr beliebtes Mädchen. Sie führt ein Traumleben, aus dem sie aber jäh gerissen wird, nachdem ihre Eltern ums Leben kommen. Im ersten Moment klingt dieser Teil der Geschichte wie ein normales Jugenddrama.

Doch nach und nach kristallisieren sich die Verbindungen zwischen den Geschichten heraus und die Fäden laufen zusammen, um am Ende miteinander zu verschmelzen. Das gefiel mir wirklich gut. Ich mochte diese Aufteilung sehr, ich war durchgehend neugierig, wie es weiter ging und wie die Welten wohl aufeinander treffen. Hier bin ich auch schon auf den nächsten Band gespannt.

Show – Don’t tell

Was mir ein paar Mal auffiel, waren allerdings Dialogelemente, die nicht natürlich wirkten, sondern bei denen man anmerkte, dass sie zur Information für den Leser bestimmt sind. Ich fand das ein wenig schade, denn sowas kann man geschickter einfließen lassen. Auch fand ich die langen und detailreichen Beschreibungen der Charaktere ein wenig zäh. Ich bin mehr ein Fan davon, wenn das elegant in die Aktionen der Charaktere eingeflochten wird und man so erst nach und nach ein Bild von den Personen gewinnt.

Kaum Zeit für Beziehungsaufbau

Kimberly kommt irgendwann an eine neue Schule und wird direkt von zwei Jungs belagert. Was mich an der Stelle verwirrt hat: Die meiste Zeit gab es Konflikte mit beiden, kaum Zeit allein oder Unternehmungen und plötzlich sprechen alle drei von Gefühlen, dass beide ihr gut tun und einer Entscheidung. Uff. Mich hat das ein wenig gestört, denn nach unzähligen Streitgesprächen und Stresssituationen weiß man doch noch gar nicht, ob die Person einem gut tut. Das merkt man erst, wenn man viel Zeit miteinander verbringt und dabei nicht streitet oder in einer gefährlichen Situation ist.

Auch bin ich generell kein Freund von eifersüchtigen Männern in Geschichten. Ich finde das nicht romantisch oder süß, sondern übergriffig (die sind noch nicht mal zusammen!) und teilweise auch gefährlich. Oliver war mir an manchen Stellen zu schnell beleidigt und zu besitzergreifend. Ich finde das einfach schade, dass solch ein Verhalten somit normalisiert wird. Auch finde ich es schade, dass wieder mal Monogamie die einzige Beziehungsform ist. Wieso muss sie sich denn entscheiden? Und wieso so bald? Sie hatten doch bisher kaum Zeit, sich kennen zu lernen.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass alle drei mehr miteinander unternehmen, auch außerhalb der Schule. Und mehr … Gespräche führen, die nicht in Konflikten enden, sondern normal verlaufen, mit gemeinsamen Interessen oder Erlebenissen. Ich wünsche mir einfach ein ruhiger Beziehungsaufbau. Glaubhaft und real, bei dem man selbst sein Herz an die Männer verliert. Und dazu dürfen die Personen auch gern ein wenig mehr Tiefe bekommen.

Eindimensionalität

Ich hatte den Eindruck, dass versucht wurde, den Personen eine Hintergrundgeschichte zu geben, aber manchmal wirkten sie dennoch noch ein wenig farblos. Kim wurde mir im Laufe der Geschichte sympathischer und es war schön, mit ihr nach und nach mehr über ihre Fähigkeiten zu lernen, da sie dadurch auch bodenständiger wurde. Sie hatte auch deutlich Tiefe, allerdings wirkten die anderen Charaktere noch ein wenig eindimensional. Hierzu muss ich aber auch sagen, dass es der erste Band einer Reihe ist, also hab ich noch Hoffnung, dass wir in den folgenden Bänden mehr über die Personen und ihre Träume, Gedanken, Vergangenheit und Zukunft erfahren können. Denn alle Personen bieten viele tolle Ansatzmöglichkeiten. Und die Leute um Kim sind schon auf einem guten Weg. Grade aber die Charaktere in Larandia wirkten manchmal noch wenig greifbar und haben noch ein wenig mehr Präsenz verdient, um sich nachhaltig im Kopf festzusetzen. So konnte ich manche Personen leider nie so richtig einordnen oder musste dauernd nochmal überlegen, wer jetzt wer war. Wie gesagt, glaube ich aber, dass das in den folgenden Bänden besser werden könnte.

Viel Herr der Ringe-Flair

Grade beim Bösen merkt man, dass Herr der Ringe wohl eine große Inspiration war. Ich finde das nicht schlecht, im Gegenteil. Es lässt die Spannung steigen und hielt mich auf Trab. Ich bin gespannt, welche fürchterlichen Kreaturen noch auf die Gefährten stoßen werden und ob es dem Nekromanten gelingt, sich zu befreien. Dieser Teil der Geschichte hat mich mit davon überzeugt, den nächsten Band lesen zu wollen.

Fazit:

Larandia ist ein sehr interessantes Debüt, das auf jeden Fall aus einer wundervollen Idee entstanden ist. An manchen Stellen fehlt noch ein wenig Feinschliff, was man an den holprigen Dialogen oder den kurzen Beziehungsaufbau merkt. Dennoch finde ich das Buch lesenswert und bin davon überzeugt, dass die Autorin viel Potenzial besitzt. Durch den Bösewicht und vielen gefährlichen Situationen kam ein toller Spannungsbogen zum Vorschein, der mich auf den zweiten Band warten lässt. Und ich denke, dass die Autorin besser in dem Handwerk wird, je mehr Erfahrung sie sammelt. Ich bin auf jeden Fall auf die Entwicklung gespannt. Das Buch bekommt 5 von 10 Punkte von mir.

Weitere Informationen:

  • Seitenzahl: 306 Seiten (256 wohl im eBook)
  • Autorin: B.L. Bell
  • Verlag: Eulogia Verlag
  • ISBN: 978-3969670002
  • Preis: 5,90 € (eBook), 13,90 € (Taschenbuch)
  • Gelesenes Format: eBook (Rezensionsexemplar)
  • Lesedauer: 4 Stunden 51 Minuten und 16 Sekunden
  • Gelesen an wie vielen Tagen: 14 Tage
  • Gelesene Seiten pro Tag durchschnittlich: 18,3 Seiten

Über die Autorin:

B.L.BELL wurde im Februar 1988 in München geboren. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen. Mit ihrer Familie lebt sie auf dem Lande vor den Toren Münchens. Sie ist als Schriftstellerin für Kleinverlage und Privatpersonen tätig. In ihrer Freizeit schreibt die dreifache Mutter mit Vorliebe an ihren eigenen Büchern und verbringt Zeit bei ihrem Islandpferd.

Weitere Rezensionen zu diesem Buch:

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