Rezensionen

Rezension: Vom Ende eines langen Sommers von Beate Teresa Hanika

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich eine neue Rezension für euch. Das Rezensionsexemplar habe ich von Literaturtest bekommen. Das Buch erschien am 03. September 2018 beim btb Verlag.

Klappentext:

Marielle lebt als Bildhauerin in Amsterdam. An einem der ersten warmen Frühlingstage kehrt die Vierzigjährige mit einem riesigen Strauß roter und blassrosa Tulpen vom Bloemenmarkt zurück und findet vor ihrer Wohnungstür ein Paket. Altmodisch verschnürt und geheimnisvoll. Der Inhalt: Tagebücher ihrer vor kurzem verstorbenen Mutter Franka. Ein Leben lang fühlte Marielle sich von ihr unverstanden. Immer war ihr diese stolze, kühle Frau fremd geblieben. Nun beginnt sie zu lesen. Von jenem langen Sommer 1944, den Franka auf einem Gut in der Toskana verbracht hatte. Von einer Begegnung, die das Leben der jungen Frau für immer veränderte. Und von einem Verhängnis, das über die Generationen hinweg zu wirken scheint.

Design:

Die Farben des Covers passen perfekt zum Buch, spiegeln sie in meinen Augen doch den Spätsommer wieder. Der Ast mit den Limetten passt auch ganz gut rein, aber ich persönlich hätte einen Olivenzweig gewählt, der hätte am besten gepasst. Und einen Rosmarin-Strauch. Was dieser zu bedeuten hat, das erfährt man im Laufe der Geschichte.
Ansonsten gefällt mir das Cover aber wirklich sehr und ich finde, es passt ganz gut zu diesem Buch.

Zwei Frauen, drei Zeitebenen, eine Geschichte

Als Marielle nach Hause kommt, findet sie ein Paket vor ihrer Wohnungstür. Darin enthalten befinden sich die Tagebücher ihrer Mutter. Während sie die Tagebücher liest und somit in den Sommer 1944 in die Toskana reist, erinnert sie sich gleichzeitig an den letzten Sommer in dieser Gegend mit ihrer Mutter. Sie erinnert sich an die Distanz und die Kälte, die ihr diese Frau entgegen brachte. Und während sie liest, erfährt sie die Gründe für dieses Verhalten.

Die drei Zeitebenen wechseln sich dabei in immer wieder kehrender Reihenfolge ab, weshalb man auch nicht durcheinander kommt. Fast scheint es, als weisen die Geschehnisse der beiden Frauen Parallelen auf. Die Perspektiven sind perfekt ausgewogen, die Kapitel kurz gehalten und der Schreibstil sehr flüssig, weshalb man schnell durch das Buch kommt. An Spannung fehlt es gar nicht. Und obwohl Franka eine sehr kühle, kontrollierte Persönlichkeit ist, berührt einen ihr Schicksal dennoch. Man erfährt, was sie zu dieser unnahbaren, harten und verschlossenen Person werden ließ und warum sie Marielle immer auf Armeslänge ferngehalten hat. Dabei spielt der zweite Weltkrieg eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und man bemerkt, welche Folgen dieses Verhalten auf Marielle hatte. Selbst so unbedeutend wirkende Tätigkeiten wie Malen bekommen am Ende eine große Bedeutung, bei der ich immer noch eine Gänsehaut bekomme. Immer wieder stolpert man über Puzzleteile zu Marielles Herkunft, die sich aber erst zum Ende hin zu einem stimmigen Bild zusammen fügen lassen.

Wechsel zwischen Toskana und Amsterdam

Immer wieder wechseln die Handlungsorte der Kapitel, beschränken sich aber auf zwei Gegenden: die Toskana, in der die Tante von Marielle lebt, und Amsterdam, wo Marielle lebt. Von der Toskana selbst erfährt man aber mehr und ich muss sagen, dass mir dieser Handlungsort auch besonders gefallen hat. Diese Gegend ist so passend, sie baut eine ganz eigene Atmosphäre auf. Geheimnisse scheint sie perfekt zu hüten und niemals preis zu geben. Ich hab mir die Gegend auch wunderbar vorstellen können durch die Schilderungen. In meiner Vorstellung schien eine heiße Sonne und der laue Meereswind kam ab und an den Berg hinauf, um die Haare aus dem Gesicht zu streichen und die verschwitzten Körper abzukühlen. Der Boden bewahrt die Geheimnisse der beiden Frauen zuverlässig und lässt kein Sterbenswörtchen gehen. Die Olivenbäume spenden Schatten und Trost in schweren Zeiten.

Fazit

Mit Vom Ende eines langen Sommers hat Beate Teresa Hanika ein eindruckvolles, berührendes Werk geschrieben. Trotz der schweren Thematik und den ernsten Themen ist der Schreibstil leicht und man kommt schnell durch die Seiten. Der Spannungsbogen ist oft zum Zerreißen gespannt und die Geschichte nimmt einen wirklich mit. Beide Frauen werden super charakterisiert und ich konnte deren Entwicklungen einfach nachvollziehen. Daher bekommt das Werk von mir 9 von 10 Punkte.

Ich danke Literaturtest und dem btb-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Informationen zu diesem Buch:

  • Verlag: btb Verlag
  • Seitenzahl: 320 Seiten
  • Preis: 20,00 € als Hardcover, 15,99 € als eBook
  • ISBN: 978-3-442-75707-7
  • Gelesenes Format: Hardcover

Über die Autorin:

Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, schrieb bereits mehrere erfolgreiche Jugendbücher, die u.a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden. „Das Marillenmädchen“ ist ihr erster Roman für Erwachsene. Beate Teresa Hanika lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

Text- und Bildquelle: Randomhouse-Autorenseite

Weitere Rezensionen zu diesem Buch:

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2 Kommentare zu „Rezension: Vom Ende eines langen Sommers von Beate Teresa Hanika

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