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Rezension: Die Geheimnisse der Klingenwelt: Blutfelsen von Ju Honisch

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich die Rezension zu Blutfelsen für euch. Es ist der zweite Band aus der Reihe Die Geheimnisse der Klingenwelt, kann aber gelesen werden, ohne dass man den ersten Band kennen muss. Wie mir der erste gefallen hat, könnt ihr in dieser Kurzrezension lesen.

Blutfelsen erschien am 02. Mai 2018 beim Droemer Knaur Verlag.

Klappentext:

2018-07-06-09-06-051088067671754043991.jpgTödliche Geheimnisse und ein uralter Hort des Wissens – das zweite magische Klingenwelt-Abenteuer der mehrfach preisgekrönten Fantasy-Autorin Ju Honisch. 

Gegen jede Wahrscheinlichkeit gelangt Deruonn in den schwer zugänglichen Talkessel, in dem die Geheime Bibliothek Reyalun liegt, abgeschottet und verborgen vor der Welt. Nur einem einzigen Zweck gewidmet: alles Wissen zu bewahren, das im ewigen Krieg draußen verloren geht. Die junge Archivarin Shernay weiß, welches Schicksal einem Eindringling widerfährt, und gegen jede Vernunft beschließt sie, Deruonn zu retten. Als ihr Verstoß gegen das eherne Gesetz der Bibliothek entdeckt wird, bleibt Shernay keine Wahl, als mit dem faszinierenden Fremden zu fliehen. Die Welt außerhalb Reyaluns ist jedoch unberechenbar und brutal.
Das Wissen in Shernays Kopf wird zur Ware und zu der Waffe, die jeder Seite den Sieg bringen könnte …

Design:

Das Cover finde ich wahnsinnig schön. Es ist in einem zarten Rot gehalten, das an den Ecken ins Dunkle verläuft. In der Mitte befindet sich ein Kreis, auf dessen Rand Die Geheimnisse der Klingenwelt zusammen mit Verzierungen steht. Abgebildet ist darin außerdem die Protagonistin Shernay in einer Bibliothek. Sie trägt ein paar Schriftrollen unter’m Arm. Im Hintergrund erkennt man Bücherregale und eine Treppe oder Leiter aus Holz. Auf dieser steht ein Mann mit dunklen Haaren, der Deruonn sein könnte. Ein wirklich tolles Bild! Beide Figuren sehen so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Über dem Kreis steht der Name der Autorin in einer dekorativen Serifenschrift, darunter der Titel Blutfelsen und das Verlagslogo.

Das Cover gefällt mir sehr. Es spiegelt die Stimmung des Buches gut wider und auch Shernay und Deruonn sind passend abgebildet. Mich spricht es einfach an und ich könnte es stundenlang betrachten.

„Sie wandte sich ihm zu, ein wenig ärgerlich ob der Plattitüde.
»Meiner Erfahrung nach bringt das Leben einem nichts bei außer die Erkenntnis, dass man beizeiten wohl besser dies oder jenes gelernt hätte. Man hat Lehrer, man hat Bücher. Und wenn das Leben einem ein Bein stellt, ist es an einem selbst, eine Lösung zu finden.«“

Shernay zu Deruonn, S. 244

Meine Meinung:

Blutfelsen beginnt damit, dass Shernay den verletzten Deruonn findet und ihn erst für tot hält. Sie ist fasziniert von seinem Aussehen. Als sie dann bemerkt, dass er lebt, versteckt sie ihn und pflegt seine Wunden. Als er dann fit ist, fliehen sie gemeinsam aus dem Tal, Shernay mehr gezwungen als freiwillig. Sie suchen sich ihren Weg durch das Byarla-Gebirge, das aber mehr Gefahren birgt, als sie erwartet hätten.
Zur selben Zeit wird die junge Frau Nimry, die beim Fyrsthen Ryckden von Kahsell wohnt, an den Graaven von Flynnt verheiratet. Der Graav von Flynnt ist bekannt dafür, dass seine Frauen schnell wieder sterben. Alle wurden scheinbar krank. Da Nimry Gift dahinter vermutet, sucht sie Rat beim Weisesten Orstyn, der ihr einen Bibliothekanten nennt, der sich mit Giften auskennt. Der Weg von Kahsell nach Flynnt läuft auch nicht so reibungslos, wie gehofft.
Der Weiseste Orstyn hat dabei seine eigenen Pläne. Er gibt den Bibliothekanten also nicht ganz uneigennützig mit.
In Reyaluni bemerkt Garru, Shernays Verlobter, ihre Flucht und reist ihr hinterher. Leider haben sich auch schon die Bewahrer auf den Weg gemacht, um Shernays Verrat zu bestrafen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die Geschichte erzählt nicht nur Shernays Flucht. Es sind viele verschiedene Fäden, sie gesponnen und am Ende zu einem Strang geflochten werden. Anfangs fragt man sich noch, was diese Personen alle miteinander zu tun haben. Am Ende aber, wenn alle Puzzleteile an ihrem Platz sind, ergibt das Gesamtwerk einfach Sinn. Jede Figur hat ihren Sinn und Zweck und keiner der vielen Handlungsstränge ist unwichtig. Diese Vielschichtigkeit hat mir sehr gefallen. Ich mochte es, den verschiedenen Personen auf ihren Reisen zu folgen und die Entwicklungen zu betrachten.

Erzählt wird die Geschichte dabei immer aus der dritten Person, jedoch mit wechselndem Fokus. In jedem Kapitel ist eine andere Person im Mittelpunkt, manche häufiger, manche seltener. Aber so wird von jedem Charakter die Hintergründe klar. Jede Figur gewinnt im Laufe der Geschichte an Tiefe und wird so lebendig. Sie sind alle wunderbar ausgearbeitet, ebenso wie die Welt an sich. Es verbergen sich viele Geheimnisse in der Geschichte und nur ein kleiner Teil wird behandelt. Dennoch lässt sich das Potenzial erahnen, das in der Welt liegt, die Ju Honisch hier erschaffen hat. Und es macht neugierig auf mehr.

Shernay ist noch sehr jung und gerade erst Lernerin des dritten Grades. Auf der Flucht macht sich ein ungeahntes Talent in ihr bemerkbar, das sowohl Segen als auch Fluch ist. Dieses Talent rettet ihr aber nicht nur einmal das Leben.
Sie ist still, aber auch neugierig und wissbegierig, wie die meisten Reyaluni. Sie ziert sich nicht, ihre Lust Deruonn gegenüber zu verschweigen, aber sie ist nicht so dumm zu glauben, dass er sie liebt. Sie spürt die Gefahr, die von ihm ausgeht – oder zumindest von einem Teil von ihm. Denn er scheint nicht das zu sein, was er vorgibt. Die meiste Zeit hadert sie damit, ob sie ihm vertrauen kann oder nicht – und ob er sie am Leben lässt oder nicht. Ihre Entwicklung ist eher subtil, aber genau das gefällt mir sehr an ihr. Sie lernt einfach Neues dazu. Und ihr analytisches Denken gepaart mit ihrem Talent, einem Erbe der Alten Räte, machen sie zu einer spannenden Person.

Deruonn ist sehr mysteriös. Er verschweigt viel, der Leser lernt aber trotzdem dessen Geschichte kennen. Shernay hat schnell einen Verdacht, wer, oder besser gesagt was, er ist. Er hadert immer wieder zwischen seiner Pflicht, Shernay töten zu müssen (vor allem als er merkt, dass sie hinter sein Geheimnis gekommen ist) und sie zu beschützen. Im Laufe der Geschichte verliert er allerdings viel an Sympathie. Gegen Ende mochte ich ihn jedoch nicht mehr.

Nimry hat mir zusammen mit dem Graaven von Flynnt am besten gefallen. Anfangs ist sie ein schüchternes, junges und verängstigtes Mädchen. Auf dem Weg zur Flynntburg muss sie sich aber vielen Gefahren stellen und so schnell lernen, andernfalls kostet es ihr das Leben. Ihre Geschichte zu verfolgen, war spannend und aufregend. Und mit ihr zusammen Geheimnisse aufzudecken, hat mich manchmal sprachlos und fassungslos zurückgelassen.

Garru ist auch ein toller Charakter. Man merkt, dass er Shernay wirklich liebt und nur das Beste für sie will. Allerdings ist er im Gegensatz zu Deruonn nicht kampferprobt. Wo Deruonn muskulös und stark ist, ist Garru fast schon zart und feingliedrig. Man merkt ihm einfach an, dass er ein Barde ist. Er liebt seine Musikinstrumente genauso und verzaubert nicht nur Menschen mit seiner Musik. Im Kampf ist er trotzdem hilflos. Aber genau das hat ihn so sympathisch gemacht. Obwohl er keinerlei Chancen hat, hat er nicht aufgegeben und ist seinen Weg gegangen. Er beweist immer wieder aufs neue Mut.

Wie schon erwähnt, haben auch die anderen Charaktere viel Tiefe. Jeder Charakter ist einzigartig. Es hat großen Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen und trotz der hohen Seitenzahl liest es sich zügig und locker. Die Kapitel sind eher kurz gehalten, was es aber leichter macht, einfach zwischendurch kurz weiterzulesen. Das hat mir sehr gefallen.

Lange ist es unklar, wer der Antagonist ist. Es gibt auch nicht nur einen Antagonisten. Da das Thema des Buches Verrat ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse hier auch immer wieder.
Die Auflösung der gesamten Geschichte und das Zusammenführen der Handlungsstränge ist rund und plausibel. Alles wird erklärt und keine Fragen bleiben am Ende übrig. Das hat mir besonders gut gefallen, denn so ist der Band wirklich in sich abgeschlossen. Und das Ende selbst fand ich sehr schön und hat mich einfach glücklich gemacht.

Fazit:

Blutfelsen ist ein spannender und vielschichtiger Roman. Ju Honisch hat ein Talent dafür, jedem Charakter Leben einzuhauchen und eine Geschichte zu entwickeln, die aus so vielen Handlungen besteht und trotz allem stimmig ist und perfekt ausgearbeitet wurde. Die Klingenwelt bietet viel Potenzial, das die Autorin in jedem ihrer Bände perfekt ausschöpft und trotzdem noch Raum für viele weitere Geschichten lässt. Die Reise mit Shernay, Deruonn, Garru, Nimry und all den anderen hat mir einfach Spaß gemacht.
Lasst euch von der Seitenzahl nicht abschrecken, denn darin verbirgt sich eine faszinierende und spannende Geschichte. Daher gebe ich dem Buch 10 von 10 Punkte.

Weitere Informationen zu diesem Buch:

  • Seitenanzahl: 784 Seiten
  • Verlag: Knaur TB
  • Preis: 12,99 € Borschiert, 10,99 € als eBook
  • ISBN: 978-3426521038
  • Gelesenes Format: Broschierte Ausgabe

Über die Autorin:

41m7jEkAdZL._UX250_Fast alles, was Ju Honisch schreibt, gehört in den Bereich der Phantastik oder ist nicht weit entfernt davon angesiedelt. Niedliche Feen und süße Elflein wird man allerdings umsonst in ihren Büchern suchen. Sie mag es handfest, sie mag es spannend – und schreibt auch keine Kinderbücher.
Für Ihren Erstlingsroman „Das Obsidianherz“ erhielt sie 2009 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Bestes Romandebüt“.
Für den Roman „Schwingen aus Stein“ wurde ihr 2014 auf der Leipziger Buchmesse der SERAPH für das beste phantastische Buch 2014 verliehen.
Ju Honisch studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität (Anglistik und Geschichte). Über einen Magister und zwei Staatsexamina brachte sie ihr Weg ins Verlagsgeschäft und von dort zum professionellen Schreiben: Kurzgeschichten, Romane, Gedichte und Lieder. Ihre fundierten Geschichtskenntnisse ermöglichen ihr, für ihre Romane gut recherchierte historische Kulissen zu wählen. Ihr Humor findet sich in den Helden ihrer Bücher wieder.

Quelle von Bild und Text: Amazon-Autorenseite

Weitere Rezensionen zu diesem Buch:

Tintenhain

 

Ein Kommentar zu „Rezension: Die Geheimnisse der Klingenwelt: Blutfelsen von Ju Honisch

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