Rezensionen

Wie „Scythe“ mich sprachlos machte – Hörbuch-Rezension: Scythe: Die Hüter des Todes und Scythe: Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

Hallo ihr Lieben!

Ich habe heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit das zweite Hörbuch zur Scythe-Trilogie beendet. Und was soll ich sagen? Ich war fassungslos. Also folgt hier nun die spontane Rezension. Oder sollte ich besser sagen: Die Lobhymne?

Gleich eine Warnung vorweg: Ich werde leider um Spoiler für das Ende von Band 1 nicht herum kommen, da ich auch auf Band 2 eingehen möchte. Wer Band 1 also selbst noch lesen möchte, sollte diese Rezension nicht lesen.

Möglicherweise verliere ich mich auch ein wenig in Schwärmerei und Erklärungen der Welt. Dies sei zu entschuldigen.

Band 1 erschien als Hörbuch am 26. September 2017 und Band 2 am 18. April 2018, jeweils beim Argon Verlag.

51sQdxsIbrL._AA300_Beschreibung von Band 1:

Auch in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind, müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster…
Als Citra und Rowan für die Ausbildung zum Scythe berufen werden, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten…

51PcB5auCiL._AA300_Beschreibung von Band 2 (Vorsicht, Spoiler!):

Citra hat es geschafft. Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss. Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt. So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit. Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.

Meine Meinung:

Wo ich die Hüter des Todes schon gut fand, hat der Zorn der Gerechten einfach nochmal alles getoppt. Aber mal von Anfang an.

Die Geschichte beginnt mit einem recht ruhigen Einstieg in die Welt von Citra und Rowan. Wir lernen die sogenannte poststerbliche Zeit kennen, in der sie mittlerweile leben. In dieser Welt bestimmen nur die Scythe, wer sterben muss und wer nicht. Der Thunderhead, der alles andere regiert, ist von ihnen abgekoppelt. Es darf dabei keinen direkten Kontakt zwischen den beiden Parteien geben.
Citra und Rowan leben so an sich völlig unterschiedliche, aber normale Leben. Bis sie beide auf Scythe Faraday stoßen, der sie dann auch als Lehrlinge aufnimmt. So beginnt ein neues Leben außerhalb der Gesellschaft. Sie lernen nicht nur, wie man Menschen tötet, sondern auch, wie die Opfer ausgewählt werden. Dabei hat jeder Scythe allerdings seine eigene Methode, um seine jährliche Quote zu erfüllen, die natürlich bei den Konklave der Scythe kontrolliert wird. Diese Versammlungen finden alle drei Monate statt.
Nun gibt es aber auch Scythe, die Spaß am Nachlesen, wie das Töten hier genannt wird, entwickelt haben und sich an dieser Quote stören. Deren Meinung ist, dass ihre Berufung und ihre Freude durch diese Quote eingeschränkt wird, weshalb sie komplette Regelfreiheit anstreben. Der lauteste Befürworter ist der charmant wirkende Scythe Goddard, der immer mit seinen drei Junior-Scythes Rand, Chomsky und Volta nachliest.

Im ersten Band sind diese kleinen Machtspielchen und Intrigen noch sehr unterschwellig gehalten. Die Atmosphäre ist zwar bedrohlich, aber dennoch ruhig. Als Hörer wurde ich immer wieder dazu angeregt, über diese perfekte Welt nachzudenken. Was bleibt den Menschen, wenn ihre Existenz und Zeit durch fast nichts mehr bedroht wird? Wenn der Tod nur noch eine 10-prozentige Chance im ganzen Leben ist? Was treibt die Menschheit noch an, wenn alles, was erreicht werden kann, erreicht wurde?

Unterbrochen werden die Kapitel von den Tagebucheinträgen der verschiedenen Scythes Faraday, Goddard und Curie, sowie vom Scythe-Lehrling Rowan. Dies gibt den Figuren besondere Tiefe und sorgt dafür, dass die Handlungen noch besser nachvollziehbar sind. Bei den Hörbüchern wurden diese Tagebücher von unterschiedlichen Sprechern vorgelesen, was die Wirkung nochmal verstärkte.

Die Spannung steigt dabei gleichmäßig und die Wendungen sind unvorhersehbar. Und die Lösung am Ende ist genauso überraschend wie brillant. SPOILER: Citra wird zur Scythe auserwählt und verleiht Rowan Immunität vor dem Nachlesen, indem sie ihn mit ihrem Ring ins Gesicht schlägt. So kann dieser entkommen. Er taucht unter, legt sich eine schwarze Robe zu und nimmt den Ring von Scythe Goddard, den er zusammen mit Scythe Rand, Chomsky und Volta bei einer Nachlese getötet und verbrannt hat. Während Citra als Scythe Anastasia Menschen mitfühlend und auf ihre Weise nachliest, jagt Rowan als Scythe Luzifer die korrupten Scythe, die Spaß an ihrem Beruf haben und Goddards Ansichten befürworten. Und genau hier knüpft Band 2 an.

Die Scythe sind erstmal wenig begeistert von Anastasias Methode. Sie gibt ihren „Opfern“ nämlich jeweils einen Monat Zeit, um sich auf die Nachlese vorbereiten zu können. Die anderen Scythe halten das für barbarisch, aber sie lässt sich nicht abbringen. Auch bringt sie ziemlich viel frischen Wind in das Scythetum, was nicht jeden freut. Dabei lebt sie weiterhin bei Scythe Curie, zu der sie mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hat.

Rowan ist währenddessen ein Getriebener. Er tötet einen korrupten Scythe nach dem anderen und flieht von einem Ort zum nächsten. Dabei ist dann nicht nur sein Leben in Gefahr, sondern auch das von Scythe Curie und Scythe Anastasia. Doch wer steckt hinter den Anschlägen? Der Thunderhead kennt die Antwort, aber darf sich nicht einmischen. Doch niemand hat ihm verboten, seinem eigenen Schützling gegenüber Andeutungen zu machen. Wer hätte auch ahnen können, dass Greyson Tolliver die Warnungen in den Wind schlägt und sich einmischt? Die Konsequenzen sind allerdings ziemlich heftig, weshalb Greyson sich direkt zu meinen Lieblings-Charakteren entwickelt hat.

Und während Greyson leidet, Anastasia und Curie sich gegen weitere Anschläge wappnen und Rowan seine Rache plant, sucht Faraday zusammen mit einem ehemaligen Scythe-Lehrling nach dem Plan B der Gründer Scythe. Ob er damit Erfolg hat und die Antworten findet?

Unterbrochen wurden die Kapitel dabei nicht von Tagebucheinträgen, sondern von den Gedankengängen des Thunderheads. So wurde auch er greifbarer und gewann deutlich an Sympathie. Er fühlte sich an, wie ein wohlwollender Freund. Und am Ende wirkte er genauso hilflos und ohnmächtig wie ich. Erschlagen von den Ereignissen der Handlung.

Die Entwicklungen von Rowan und Anastasia sind über beide Bände beeindruckend. Sie reifen von Teenagern zu jungen Erwachsenen mit großer Verantwortung heran. Ihre eigene Liebe steht aber immer im Hintergrund der Ereignisse und macht nur einen kleinen Teil der Geschichte aus. Sie ist zwar wichtig, aber beherrscht nicht die Handlung. Da sind die Machtkämpfe und Intrigen innerhalb des Scythetums präsenter und wichtiger. Und die Wendungen, die diese Kämpfe offenbahren, haben mir wahrlich den Atem geraubt.

Das Ende der Geschichte war dann wie ein Faustschlag ins Gesicht. Mir ging es genau wie bei dem Ende von Avengers: Infinity War: Ich konnte es nicht fassen. Die Tränen liefen und ich verfluche den Autor dafür, dass Band 3 noch nicht mal angekündigt ist.  Wie soll ich es bis nächstes Jahr aushalten? Wie soll ich mit diesem Ende leben? Ich kann es immer noch nicht fassen. Die Spannung in diesem Buch hat mir beim Hören regelmäßig den Atem geraubt. Der Autor hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Er hat ein Werk geschaffen, das mich einfach nur fassungslos und weinend zurückließ und das mich so sehr fesselte. Ich bin immer noch gefangen in dieser perfekten Welt.

Fazit:

Die Hörbücher sind wirklich toll geworden, daher großes Lob an die Sprecher und den Argon Verlag! Die Geschichte des Autors hat mich über beide Bände wahrlich gefesselt und nicht nur zum Nachdenken angeregt, sondern absolut fassungslos gemacht. Ich kann kaum in Worte fassen, wie tief erschüttert ich bin und wie sehr mich Band 2 begeistert hat – noch mehr als Band 1 es vermochte. Diese Reihe ist ein wahres Meisterwerk und ich kann Band 3 kaum erwarten. Ich gebe beiden Hörbüchern 10 von 10 Punkte. Und ich lege jedem ans Herz, diese Reihe zu lesen oder zu hören. Tut es!

Über den Autor:

71FP5etNluL._UX250_Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet. In Deutschland liegt bisher seine »Vollendet«-Serie vor. Mit »Scythe – Die Hüter des Todes« startet Shusterman eine neue Trilogie über den Preis der scheinbar perfekten Welt.

Quelle: Amazon-Autorenseite

 

Weitere Informationen:

  • Spieldauer Band 1: 12 Stunden und 11 Minuten
  • Spieldauer Band 2: 14 Stunden und 32 Minuten
  • Verlag: Argon Verlag
  • ASIN Band 1: B075WVGNBL
  • ASIN Band 2: B07C7LRDR6
  • Preis bei Audible: jeweils 9,95 € oder 1 Guthaben (als Abonennt)

2 Kommentare zu „Wie „Scythe“ mich sprachlos machte – Hörbuch-Rezension: Scythe: Die Hüter des Todes und Scythe: Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman

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