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Rezension: Mitra: Magisches Erbe von Björn Beermann

Hallo ihr Lieben!

Puh, ich hab euch die Rezension eigentlich vorgestern versprochen… Aber leider kam die Prüfungsvorbereitung dazwischen. Ich war den ganzen Tag mit einer Zusammenfassung beschäftigt, die fertig werden musste. Naja, dafür kommt die Rezension jetzt.

Heute ist Mitra: Magisches Erbe von Björn Beermann dran. Das Rezensionsexemplar habe ich von Literaturtest bekommen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle! Das Buch erschien am 16.01.2018 beim tredition-Verlag.

Klappentext:

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Das hat sich die 16-Jährige Mitra anders vorgestellt. Sie wollte in Hamburg ein neues und normales Leben beginnen. Doch nun muss sie sich zusätzlich zu ihrer Ausbildung mit ihrer magischen Gabe, einem nervigen Hausgeist und zwei Kerlen herumschlagen. Und dann wird sie auch noch in einen alten Kampf um Macht und Magie zwischen den Elementen hineingezogen, den nur sie wieder befrieden kann. Nur gut, dass sie in Aggy eine echte Freundin hat, die mit ihrer speziellen Art Mitra durch dieses Chaos begleitet. Der erste Teil der magischen Trilogie um Mitra und ihre Freunde.

Design:

Das Cover ist wirklich sehr sehr hübsch. Viele verschiedene Farben wie blau, rosa, grün, violett und türkis fließen ineinander über. Mit weißen Linien sind feine Illustrationen zu erkennen: Statuen, Pflanzen, Tiere,… es passt sehr gut zur Geschichte. Der Titel ist in einer goldenen Handschrift auf der oberen Hälfte platziert. Der Untertitel ist direkt darunter und steht als weiße Serifenschrift dort. Über dem Titel befindet sich der Name des Autors in der selben, weißen Serifenschrift, dieses Mal aber kursiv.

Leider sind die Seiten innen nicht sonderlich schön gestaltet. Der Zeilenabstand ist für meinen Geschmack zu groß und die Seitenränder zu klein. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass das Buch so absichtlich voller wirken soll. Der Zeilenabstand und die recht hohe Schriftgröße erinnern mich an ein Buch für einen Lese-Anfänger. Die Lesbarkeit leidet leider sehr darunter und es sieht nicht schön aus.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt damit, dass Mitra von ihrem Vater zu ihren bisher unbekannten Verwandten nach Hamburg zieht. Der Abschied und die Reise fällt recht kurz aus und bereits da geschehen seltsame Dinge, die Mitra kaum glauben kann. Bei ihrer Tante und ihrer Großmutter reißen die merkwürdigen Geschehnisse nicht ab und letztendlich stellt sie die beiden zur Rede. Sie eröffnen ihr, dass sie magische Fähigkeiten besitzt, aber auch etwas Besonderes unter den Besonderen ist.

Es wurde dem Leser gar keine Zeit gelassen, in der Geschichte anzukommen. Bämm, Mitra ist ausgezogen und sofort war der Fantasy-Anteil da. Generell ging mir in der Geschichte vieles zu schnell, ohne Raum für Beschreibungen oder die Wirkung zu lassen. Ich mag es lieber, wenn man erstmal den Alltag der Person kennen lernt und dann die Veränderung kommt. So ist die Wirkung einfach stärker, man hat schon eine Verbindung zum Charakter und merkt, wie authentisch die Reaktion auf diese Offenbarung ist.
Zum Beispiel fand ich es äußerst befremdlich, dass ihr Vater sie einfach so zu wildfremden Leuten nach Hamburg ziehen ließ. Ich kann nicht so ganz glauben, dass ein Vater das tun würde. Es sei denn, er kennt diese Leute. Aber das kam eben nicht rüber.

Die Länge der Kapitel war sehr unterschiedlich, was ich ziemlich schade fand. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Ausgleich gewünscht.

Erzählt wurde es in der dritten Person aus Mitras Sicht. Dabei ist sie selbst nicht nur zickig und launisch, sondern wechselt auch ganz oft ihre Meinung von jetzt auf gleich. In der zweiten Hälfte wird sie zwar ein wenig ruhiger und geerdeter, aber so ganz sympathisch war mir Mitra nicht. Ich fand es auch ein wenig traurig, wie feindlich sie der Magie gegenüber war. Es hat mich genervt, dass sie sich sofort als Freak angesehen hat und so abwertend über die Magie-Ausbrüche geredet hat.

Die Nebencharaktere wirkten allesamt leider sehr flach. Aggy sollte wohl tough und lässig wirken, kam oft aber einfach sehr gemein rüber. Die Freundschaft zwischen den Beiden entwickelte sich mir persönlich auch zu schnell.  Besonders unlogisch wirkte das auf mich, weil Aggy oft Dinge zu Mitra sagte, die ich wirklich schon grenzwertig fand. Auch fand ich es sehr klischeehaft, dass die coole Aggy nicht viel von ihrer Ausbildung hielt und das Ganze nicht sehr ernst nahm.
Zu ihrem lässigen und toughen Charakter passte nicht so ganz, dass sie Mitra sofort alles glaubte bezüglich der Magie. Das ist für mich keine realistische Reaktion. Da hätte ich mir eher einen kleinen Konflikt gewünscht. Schön fand ich aber, wie sie Mitra immer wieder unterstützt hat und für sie da war.

Der „attraktive“ Gilbert war aber meiner Meinung nach noch schlimmer. Sein Charakter ging mir total auf die Nerven und ich konnte nicht verstehen, was Mitra an ihm fand. Er wirkte wesentlich älter, als er eigentlich ist und war einfach schleimig. Seine Ausdrucksweise hätte ich an Mitras Stelle einfach albern gefunden. Ich konnte nicht verstehen, wieso sie sich so plötzlich in ihn verliebt hat. Auch hier ging es mir einfach zu schnell.

Der Polizist nahm so gar keinen Raum ein. Er tauchte ein, zweimal auf, wurde als ultraheiß betitelt, aber wer er war, wieso er ihr über den Weg lief und so gehandelt hat, bleibt im Dunkeln. Auch hier muss ich sagen, dass er wesentlich älter wirkte, als der Autor das wohl beabsichtigt hat. Sein Mindestalter müsste aber bei 19-20 Jahren liegen. Ich würde mir wünschen, dass er ein wenig mehr Präsenz bekommt und eine wirklich wichtige Rolle für die Geschichte einnimmt. Sonst könnte man auch gänzlich auf ihn verzichten.

Was mich auch oft verwirrt hat, war die wechselnde Beschreibung über die Beziehungen zwischen Mitra und ihren Verwandten. Einmal dachte ich, dass sie und ihre Tante sich nicht leiden könnten, dann wurde wieder gesagt, dass Mitra ihre Tante anfangs mochte. Und so ging es immer wieder hin und her. Das war aber nicht nur hier so. Die Situationen änderten sich sprunghaft, was es mir schwer machte, die Stimmung und Atmosphären richtig einzuschätzen und mir ein Bild von den Beziehungen der Charaktere zueinander zu machen.

Schön fand ich den Spannungsaufbau in der zweiten Hälfte und wie die magischen Völker beschrieben wurde. Man merkte auch, dass sich Björn Beermann an dieser Stelle wirklich Gedanken gemacht hat. Die Hintergrundgeschichte ist toll ausgearbeitet. Ich merke also, dass er das Potential hat, das auch auf die schwächeren Bereich zu übertragen. Gegen Ende wurden die Szenen und Umgebungen auch besser beschrieben. Das Finale hatte einen tollen Spannungsbogen.

Fazit:

Trotz der vielen Schwächen fand ich die Idee hinter Mitra wirklich gut und es gab auch ein paar gute Punkte an dem Buch. Allerdings hat der Autor sein volles Potential noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Meiner Meinung nach hätte das Buch noch einiges an Reifezeit benötigt und noch ein paar Mal überarbeitet werden können. Ich wünsche mir für Björn, dass der zweite Teil besser wird, die Schwächen des ersten Teils auslgeicht und Björn aus den Kritikpunkten lernen kann. Das Potential dafür ist schließlich da, das hat er schon gezeigt.
Durch den sprachlichen Stil und die Gestaltung der Seiten würde ich es eher für eine jüngere Leserschaft empfehlen.
Das Buch bekommt von mir 3 von 10 Punkte. Den zweiten Teil werde ich wohl trotzdem lesen.

Weitere Infos:

  • Verlag: Tredition
  • Seitenanzahl: 460 Seiten
  • Preis: 15,49 €
  • ISBN: 978-3-7469-0073-5

Über den Autor:

ImageHandlerBjörn Beermann lebt in Hamburg in seiner kunterbunten und etwas chaotischen Welt und versucht mit wachsendem Erfolg dieses Chaos mit Hilfe der Kreativität zu bändigen.
Am Liebsten schreibt er in Cafes bei mehreren Kaffees während er die Menschen beobachtet oder nach einem Spaziergang im Stadtpark an seinem heimischen Laptop. Hier kann er sich dann auch leidenschaftlichen Diskussionen mit seinen Figuren hingeben ohne dabei schräg angeschaut zu werden.

Quelle: Autorenseite von Tredition

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Ein Kommentar zu „Rezension: Mitra: Magisches Erbe von Björn Beermann

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