Dies und Das · Rezensionen

Rezension: Mutwille von Kai Lüdders

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich wieder eine Rezension für euch. Dieses Mal ist das Buch Mutwille von Kai Lüdders an der Reihe. Es erschien am 06. November 2017 bei tredition und am 15. November 2017 beim Velum Verlag.

Das Rezensionsexemplar habe ich von Literaturtest erhalten. Vielen Dank an dieser Stelle!

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Klappentext:

Berlin zu unserer Zeit. Paul Schneider ist ein junger erfolgreicher Lobbyist des Gesundheitskonzerns UMC. Bedingungslos ordnet er sein ganzes Leben der Vision unter, zusammen mit seinem Chef Norman Bruckheimer die Gesundheitspolitik des Landes zu revolutionieren. Die Politik wird zu seinem Spielball. Gnadenlos spinnt er Intrigen, vernichtet Karrieren und kürt Kanzler. Sein Plan scheint perfekt. Doch plötzlich wird das Land von einem geheimnisvollen tödlichen Virus heimgesucht. Die Menschen stehen am Abgrund. Das Volk ist zerrissen. Berlin verfällt dem Chaos. Plötzlich wird Paul selber zum Gejagten. Hat er sich das erste Mal in seinem Leben geirrt?

Design:

Das Cover passt hervorragend zur Geschichte. Darauf ist das Gesicht eines Mannes zu sehen, das halb von einer Atemmaske verdeckt wird. Wer genau hinsieht, erkennt die Buchstaben UMC auf der Atemmaske. Was das bedeutet, erfahrt ihr im Roman.
Nur die leuchtend blauen Augen sind vom Gesicht zu erkennen. Der Rest des Covers ist in Grautönen gehalten. Dort, wo die Stirn des Mannes sein sollte, ist ein Bild vom Dach des Reichstags in Berlin zu sehen. Nur schwer erkennbar liegt ein anderes Bild von einem Gebäude über dem Gesicht, sodass das Gesicht hindurchschimmert. Über dem Bild des Reichstags steht der Titel des Buches. Die Schrift wirkt ein wenig zerfleddert, aber dennoch solide durch die Großbuchstaben. Das Wort Roman prangt mitten auf der Atemmaske.
Die Farbgebung spiegelt die apokalyptische Stimmung in dem Bild wider und die Atemmaske symbolisiert die Thematik der Gesundheit. Mir gefällt das Cover wirklich sehr. Ich finde es sehr gelungen.

Meine Meinung:

Der Roman beginnt in einem guten Tempo. Wir lernen Paul Schneider sowie David Brauner und einige andere, wichtige Personen kennen. Paul Schneider ist ein junger Lobbyist beim Gesundheitskonzern UMC und setzt alles daran, einen bestimmten Plan zu starten. Unterdessen baut die UMC viele neue Krankenhäuser im ganzen Land. Das fällt auch David Brauner auf, der sich mit seiner Frau gerade beim Frühstück befindet. Er wundert sich über die UMC, widmet sich dann aber wieder seiner Familie. Währenddessen startet Paul die Aktion. Erschüttert nehmen die Menschen in ganz Deutschland die Meldung auf, dass ein gefährliches Virus aufgetaucht und Tausende von Menschen infiziert hat. Das war es dann mit dem Urlaub von David Brauner. Er stürzt sich in die Arbeit, um herauszufinden, wie es zu dieser Epidemie kam. Nach und nach erkranken immer mehr Menschen. Und auch Paul muss feststellen, dass sein großer Plan nicht ganz so perfekt läuft, wie er sich das erhofft hat.

Dabei lernen wir Paul als einen gefühlskalten Workaholic kennen. Für ihn zählen nur Strategie, Vorbereitung und Ergebnisse. Und er ist gut in dem, was er tut. Er zerstört Karrieren, treibt den Gewinn von UMC voran und spielt mit dem Glauben der Menschen. Dabei denkt er nicht mal mehr an seine eigene Familie. Er ist distanziert und immer allein. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich. Seine Entwicklung beeindruckt mich am meisten und treibt seine Sympathie-Skala sehr weit nach oben.

David Brauner ist anfangs ebenfalls sehr versessen auf seine Arbeit, hat aber im Gegensatz zu Paul noch Platz für seine Frau und seinen Sohn. Er glaubt an seinen Chef, Professor Teighaus und bewundert diesen. Seine Kollegin Franzi sorgt immer wieder für Streitgespräche zwischen seiner Frau Laura und ihm. Dennoch liebt er seine Familie über alles. Nach einem heftigen Schicksalsschlag verändert sich aber auch er. Dabei hat mich seine Entwicklung ganz schön mitgenommen, da er wirklich einiges verkraften muss.

Die anderen Personen wie Herr Bruckheimer und Professor Teighaus sind sehr unsympathisch. Beide sind sehr rechthaberisch und machtgierig. Und sie können sich auf den Tod nicht ausstehen. Es herrscht immer ein großer Konflikt zwischen ihnen, der einen staunen lässt, wie tief das Gewirr aus Intrigen, Lügen und der Betrug reicht und welche Folgen all diese Fäden nach sich ziehen. Mir gefiel das komplett durchdachte Konzept. Dadurch gab es auch einige Plottwists, die ich so nicht erwartet hätte.

Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt. Allerdings kommt es immer mal wieder vor, dass einzelne Sätze in der Ich-Form geschrieben sind. Da hätte ich mir gewünscht, dass sie anderweitig hervorgehoben werden. Eventuell kursiv oder sowas, damit man den Stilbruch gleich erkennt. So bin ich leider immer wieder aus dem Lesefluss rausgekommen.

Auch der abrupte Wechsel des Fokus auf bestimmte Personen war mir an manchen Stellen zu wenig angedeutet. Manchmal war im nächsten Absatz eine andere Person mit ihrer Gefühls- und Gedankenwelt wichtig, als davor. Da hätte ich auch eine bessere Kennzeichnung vorgezogen.

Dafür haben mich Spannung und Stimmung des Buches wirklich packen und mitreißen können. Es zeigt auf eine sehr ansprechende Art und Weise, wie Politik funktioniert und wie skrupellos manche Menschen sind. Für mich ist das ganze Szenario sehr gelungen.

Fazit:

Dieses Buch hat mich schön gefesselt. Es ist zwar keine leichte Kost, aber dafür ein sehr interessantes und vor allen Dingen gutes Buch. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, trotz meiner kleinen Kritikpunkte. Deshalb erhält das Buch 7 von 10 Punkte von mir.

Weitere Infos:

  • Verlag: tredition / Velum Verlag
  • Seitenzahl: 364 Seiten
  • Preis: 22,99 € als Hardcover, 11,99 € als Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-7439-7471-5

Über den Autor:

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Kai Lüdders wurde 1977 in der wunderschönen Hansestadt Hamburg geboren und wuchs dort mit seinen beiden älteren Brüdern auf. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften und absolvierte sein 2. juristisches Staatsexamen im Rheinland, in Düsseldorf. Nachdem er mehrere Jahre als Rechtsanwalt gearbeitet hatte und in diesem Beruf viele menschliche Abgründe kennen lernen durfte, zog es ihn in das politische Berlin, in welchem er mehrere berufliche Funktionen ausübte und noch mehr menschliche Abgründe antraf.
Mit der Zeit machte er es sich zur Aufgabe, diese Geschichten des Lebens zu erzählen. Dramen, Widersprüche, Verwerfungen. Immer mit einer großen Priese Phantasie und viel Tempo. Denn eine Geschichte ist nur spannend, wenn sie auch spannend erzählt wird. Und er habe Spaß daran, dem Leser Bilder im Kopf hervorzuzaubern, die es ihm erlaubt, in die Geschichte intensiv einzutauchen.
Kai Lüdders lebt am Rande von Berlin, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Quelle: treditions-Autorenseite

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2 Kommentare zu „Rezension: Mutwille von Kai Lüdders

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