Rezension: Die Schöpfer der Wolken von Marie Graßhoff

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich wieder eine Rezension für euch. Dieses Mal rezensiere ich Die Schöpfer der Wolken von Marie Graßhoff. Und wie der Zufall will, hat sie heute auch noch Geburtstag! Also alles Gute an dieser Stelle, liebe Marie! ❤

Das Buch erschien im Oktober 2017 beim Drachenmond Verlag.

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Klappentext:

Ciara kann in den Träumen anderer Menschen lesen wie in Büchern. Ihr ältester Bruder, der Schriftsteller Koba, ist der Einzige, der davon weiß. Als dieser jedoch auf unerklärliche Weise verstirbt, ändert sich für die junge Frau alles.
Kobas letztem Wunsch folgend, reist sie mit seinem neusten Manuskript nach Shanghai, um es dort einem dubiosen Verleger zu überreichen. Doch in der fremden Stadt kreuzen Menschen ihre Wege, die so sind wie sie.
Menschen mit besonderen Fähigkeiten.
Als Erdbeben beginnen, den ganzen Planeten zu erschüttern, die Uhren verrücktspielen und fremde Dimensionen aus den Spiegeln dringen, begeben sich die jungen Erwachsenen gemeinsam auf die Suche nach dem wahren Grund ihrer Talente – und nach dem Grund dafür, warum die Welt um sie herum nach und nach zerbricht.

Design:

Das Cover ist einfach atemberaubend schön. Ich liebe die Farbgebung, die Details, das Motiv… Es passt so wunderbar zur Geschichte und wirkt genauso mysteriös wie der Klappentext. Die glänzenden Ornamente beim Printexemplar haben es mir besonders angetan und auch die gezeichneten Comic-Seiten, sowie die Seitengestaltung gefallen mir einfach sehr. Das ganze Buch ist ein einziges Kunstwerk.

Meine Meinung:

 

Die Geschichte beginnt mit Ciara, die um den Tod ihres Bruder Koba trauert. Sie erledigt den ganzen Erbkram zusammen mit ihren Eltern, als sie vom Notar ein Manuskript bekommt mit dem Auftrag, es nach Shanghai zu einem mysteriösen Verleger zu bringen. Auch andere Leute treffen nach und nach in Shanghai ein, aber bevor sie sich treffen können, kommt es zur Katastrophe: Die Uhren spielen verrückt und die ganze Welt wird von Erdbeben und Vulkanausbrüchen verwüstet. Die Zeit rinnt ihnen aus den Fingern.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht zum Inhalt sagen. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr detailliert und spannend erzählt. Es wird viel Hintergrundwissen auf eine sehr angenehme Art vermittelt und nach und nach kommen Fakten auf den Tisch, die mich immer wieder umgehauen haben. Ich hatte Gänsehaut beim Lesen, bis zum Schluss.

Besonders möchte ich hier die lyrische Schönheit der Briefe betonen, die immer wieder zwischen den Kapiteln vorkommen. Sie haben mir den Atem geraubt. Sie lesen sich so wunderschön und teilweise schon poetisch, dass ich mir bei denen immer ganz besonders viel Zeit gelassen habe. Ich bin absolut begeistert!

Auch die Spannungssteigerung ist sehr gut gelungen. Ich dachte immer wieder: Oh Gott, was passiert da? Kann es noch schlimmer werden? Was ist mit XY passiert? Was steckt dahinter? Die Fragen ließen mich nicht los. Und nie konnte ich auch nur annähernd erraten, was dahinter steckte. Marie hat es geschafft, mich die meiste Zeit im Dunkeln tappen zu lassen und ich möchte ihr dafür danken. Es ist einfach toll gewesen.

Ciara habe ich in der Geschichte als besonders gefühlvollen und empathischen Menschen kennen gelernt. Sie leidet unter dem Tod ihres Bruders und dass sie nur so wenig Zeit mit ihm verbringen konnte. Dabei ist sie auch verlässlich und pflichtbewusst und beschützt das „Erbe“, das er ihr hinterlassen hat, bis zum Schluss. Mir gefiel ihre Art, ihr gesundes Misstrauen und ihre Fähigkeiten. Und als sie diese Fähigkeit endlich ausbaut, blieb mir die Spucke weg. Ciara ist eine starke und tolle Protagonistin, die einen großen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Andrew ist sehr düster. Er verschweigt viel über sich und seine Vergangenheit. Dabei trägt er eine Dunkelheit und einen Schmerz mit sich herum, den man anfangs nur schwer nachvollziehen kann. Dennoch scheint er ein recht glücklicher, junger Mann zu sein und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Ich mochte ihn auf eine merkwürdige Art und Weise, obwohl ich Ciaras Misstrauen teilweise nachvollziehen konnte. Und als seine Geheimnisse gelüftet wurden, konnte ich es kaum fassen.

Xia kannte ich schon aus der Kurzgeschichte in Wenn Drachen fliegen. Sie hat einen starken Gerechtigskeitssinn und eine beeindruckende Fähigkeit. Sie ist auf der Suche nach Menschen, die so besonders sind wie sie und hat deshalb eine Gruppe für außergewöhnlich begabte Menschen in ihrer Universität gegründet. Außerdem merkt man, dass ihr ihre Familie und ihre Mitbewohnerinnen sehr wichtig sind. Sie hat einen starken Willen, der mich schwer beeindruckt hat. Trotzdem ist sie auf eine bestimmte Art lässig. Auch ihre Entwicklung und ihr Ausbau der Fähigkeit fand ich einfach beeindruckend.

Ich fand es ein wenig schade, dass man Koba selbst nicht kennen lernt, ist er doch ein äußerst wichtiger Mensch in dieser Geschichte. Aber was nach und nach über ihn bekannt wird, hat mir die Sprache verschlagen. Er ist ein sehr interessanter Charakter und gut beschrieben.

Es gibt noch mehr Personen, auf die ich nun aber nicht eingehen möchte. Wer die jungen Leute und ihre beeindruckenden Fähigkeiten kennen lernen will, sollte das Buch lesen.

Das ganze Buch hat mich auf eine sehr tiefe Art berührt. Ich hab es genossen, dieses Buch zu lesen und am Ende sogar Tränen vergossen. Es war einfach so schön. Die Geschichte hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen gefunden und ich werde bestimmt immer wieder mal nach Shanghai reisen, um mit Ciara, Xia und den anderen den Untergang der Welt zu verhindern. Es ist gefühlvoll, spannend und auf eine tolle Art und Weise erzählt. Die Perspektiven wechseln zwischen den Charakteren, sodass jeder mal näher beleuchtet wird. Die Hintergrundgeschichten sind auf eine angenehme Art und Weise in die Geschichte eingebaut, ohne zu viel zu werden. Jeder Charakter hat eine schöne Tiefe, die mich gefangen genommen und begeistert hat. Die vielen Seiten haben mich an dieser Stelle auch gar nicht gestört. Im Gegenteil, ich sehe sie als notwendig an, denn so hat die gesamte Geschichte Platz um sich vollends zu entfalten.

Fazit:

Marie ist mit Die Schöpfer der Wolken ein wahres Meisterwerk gelungen. Von der hohen Seitenanzahl darf man sich nicht abschrecken lassen, denn zwischen den Seiten verbirgt sich einfach eine wahnsinnig tolle und tiefgreifende Geschichte. Ich kann nur empfehlen, dass man sie lesen muss. Sie ging mir richtig unter die Haut und hat mein Herz berührt. Ich möchte Marie an dieser Stelle danken für diese wundervolle Geschichte. Bitte erfreue uns weiterhin mit deinen Worten, denn sie sind wie Sterne – kostbar und strahlend schön. Auch möchte ich mich für die Leserunde bedanken und dass du, Marie, uns dort begleitet hast.

Das Buch bekommt von mir 10 von 10 Punkten und ist neben Fallen Queen mein Jahres-Highlight 2017.

Weitere Infos:

  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Seitenanzahl: 523 Seiten
  • Preis: 16,90€ als Softcover
  • ISBN: 978-3-95991-098-9

Über die Autorin:

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Ein Leben, in wenigen Zeilen zusammengefasst, ist wie ein Universum zwischen zwei Buchdeckeln: Eine kleine, zauberhafte Unmöglichkeit.
Marie Graßhoff wurde kurz vor Weihnachten 1990 an einem verschneiten Tag im märchenhaften Harz geboren. Bereits im Grundschulalter erkannte sie, dass die Welten in ihrem Kopf zu groß sind, um sie in Gedanken zu behalten – also begann sie damit, sie auf Papier zu bannen. Wort für Wort, bis Sterne und Galaxien an den Seiten hafteten und ordentlich im Regal verstaut werden konnten.
Nach dem Abitur verschlug es die Träumerin in die Großstadt, wo sie ihren Bachelor in Buchwissenschaft und Linguistik absolvierte und dann einige Jahre als Social Media Manager Berufserfahrung sammelte. Inzwischen ist sie als freier Autor und Grafikdesigner unterwegs und erfreut sich der vielfältigen kreativen Aufgaben, die sie täglich bewältigen kann.
Zum Schreiben nutzt sie noch immer jede freie Tages- und Nachtstunde. Jede Minute wird darauf verwendet, die Welt zu retten. Wenn auch nur eine von Milliarden.
Die „Kernstaub“-Trilogie ist das Projekt, dem sie sich derzeit mit Feuereifer widmet, während viele weitere Projekte bereits ihren Kopf und auch ihre virtuellen Schubladen füllen. „Seraphine“ ist ihre erste Romanreihe, die sie mit 14 Jahren zu verfassen begann.

Quelle: Drachenmond-Autorenseite

 

 

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