Rezension: Die Perfekten von Caroline Brinkmann

Hallo ihr Lieben!

Heute rezensiere ich das Buch „Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann. Es erschien am 25.08.2017 bei One, dem Verlag für junge Erwachsene in der Bastei Lübbe-Familie.

Klappentext:

„Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang.“

Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!

Design:

Ein großes Gesicht füllt fast die komplette Vorderseite. Die Augen leuchten grün hervor und die Haut wirkt makellos. Es ist ein schönes, perfektes Gesicht. Der Titel ist in weiß und pink gehalten und erstreckt sich in Silben unterteilt ebenfalls über de komplette Vorderseite. Es wirkt stimmig auf mich. Die Farben passen zur Dystopie, das Gesicht zum Titel. Der hohe Anteil schwarz und grau lassen das Ganze düsterer und bedrohlicher wirken. Trotz oder vor allem wegen des Gesichts finde ich das Cover sehr gelungen.

Das Buch ist im Inneren nicht weiter gestaltet.

Meine Meinung:

Das Buch beginnt damit, wie Rain Schüler beobachtet. Verschiedene Roboter kontrollieren und überwachen die Schüler, scannen deren Codes und Rain träumt von diesem Leben. Ihr Leben besteht nur aus Verstecken, Wegrennen und Überleben. Denn Rain ist ein Ghost und somit nicht im System integriert. Sollte sie von den sogenannten WatchBots erwischt werden, stirbt sie.

Rain trifft auf dem Heimweg von der Schule auf Lark, einen der Schüler. Da er sie für eine Lauscherin hält, eine Person, die Leute gegen Geld verrät, greift er sie an. Sie reden kurz, dann trennen sich ihre Wege. Kurze Zeit später lernt Rain auch Rose kennen, ein fröhliches Mädchen, allerdings sehr krank und deshalb wertlos in der Gesellschaft. Sie freundet sich mit ihr an und es kommt, wie es kommen muss: Jemand verrät sie.

In Rains Welt werden Menschen wie schon erwähnt nach ihren Genen bewertet. Je besser die Gene, desto wertvoller der Mensch und desto bessere Chancen hat er in der Gesellschaft. Neben den normalen Menschen gibt es aber auch noch die Gesegneten. Diese Spezies ist perfekt. Sie sehen wunderschön aus, regieren das Land Hope und werden von allen Menschen verehrt. Ihr Leben stellen sie der Öffentlichkeit blank poliert in den Medien zur Schau. Die unterschwellige Kritik an unserer Gesellschaft, die in der Geschichte mitschwingt, passt gut rein und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.

Rain lebt mit ihrer Mutter in Grey, einem der äußeren und ärmeren Zirkel von Hope. Hier leben vor allem Fabrikarbeiter. Die Fabriken verpesten die Luft weshalb jeder immer von Asche und Smog umgeben ist. Meist kann man nur mit Atemmaske herumlaufen. Ohne diese verätzt man sich die Atemwege. Trotz des Schmutzes fühlt sich Rain zusammen mit ihrer Mutter Storm und ihrer Fuchsmanguste Cassiopeio wohl dort. Doch das Glück hält nicht ewig.

Rain gibt nie auf und beißt sich immer durch. Sie ist eine wahre Kämpfernatur, eine super Strategin und außerdem sehr loyal. Für ihre Mutter, die sie über alles in der Welt liebt, würde sie alles tun. Dabei bleibt sie sich selbst aber immer treu. Auch ihre Entwicklung im Roman ist passend. Sie lernt die unterschiedlichen Seiten von Hope kennen und doch versucht sie immer, für die Schwächeren einzustehen und selbst zu überleben.

Lark ist ganz anders. Als G1 stehen ihm sämtliche Türen offen, aber da seine Schwester nur eine G3 ist, bekommt er oft Hohn und Spott ab. Trotz allem liebt er sie über alles und tut für ihr Wohl auch einige, dumme Dinge, die er später bereut. Er lässt sich immer wieder zu Dingen überreden, die er für falsch hält. Sein Gewissen belastet ihn dabei immer schwerer und auch seine Fehler häufen sich, was ihn selbst stört. Dabei ist sein größter Traum, ein Sentinal zu werden.

Rose ist Larks kleine Schwester, lebensfroh und schwer krank. Das hindert sie aber nicht daran, rauszugehen und zu spielen. Sie trifft auf Rain und die beiden freunden sich an. Rose schleicht sich in ihr Herz. Bei diesem fröhlichen und menschlichem Kind kann man nicht anders: Man muss sie einfach mögen.

Hail ist Larks beste Freundin. Auch sie ist eine G1 und auf dem besten Weg, Wissenschaftlerin zu werden. Bis eine Begebenheit ihr Schicksal für immer verändert.

Storm ist Rains Mutter und eine wundervolle Frau. Sie ist mutig, aufbrausend, beschützend und sie liebt Rain über alles. Zusammen sind sie ein perfektes Team und überleben außerhalb des Systems. Rain kann sich immer auf sie verlassen.

Dann gibt es noch die Fuchsmanguste Cassiopeio. Er ist der heimliche Star des Buches. Überall folgt er Rain hin, hasst alle Menschen außer Rain und sorgt für viele Lacher. Ein wirklich goldiger Begleiter!

Wer der Antagonist ist, bleibt bis zum Ende geheim. Ich hatte zwar Verdachtsmomente, aber es war dann doch überraschend und gut durchdacht.

Es kommen noch viel mehr Personen vor und viele habe ich ins Herz geschlossen oder wahnsinnig gehasst. Aber jeder Charakter bietet auf den zweiten Blick eine wunderbar ausgearbeitete Tiefe, die man so anfangs nicht erwartet. Sie wirken vielschichtig und wecken Sympathien oder Antipathien, was mir besonders gefallen hat.

Auch hat mich die Spannungssteigerung begeistert. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt. In jedem Abschnitt nimmt die Spannung stark zu. Meine Nerven haben gegen Ende immer mehr gelitten und immer mehr Puzzle-Teile fügten sich zusammen. So ergab sich am Ende ein stimmendes Bild und alle Fragen wurden geklärt. Selbst das offene Ende hat dadurch gepasst.

Der Erzähler ist in der dritten Person und weiß immer, was die gerade im Fokus stehende Person denkt. Dabei wechselt es zwischen Rain und Lark. Beide Sichten sind gut gelungen, authentisch und auch der regelmäßige Wechsel zwischen den beiden passt.

Fazit:

Dieses Buch hat mich wirklich begeistert und das Genre Dystopie schmackhaft gemacht. Ich hab mit den Charakteren gebangt, gehofft, geweint und gelacht. Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt, vermischt sich mit viel Spannung und gut gestreutem Humor. Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet, wodurch sie authentisch wirken. Die Spannungssteigerung ist gut gemacht. Alles in allem ist dieses Buch eine klare Lese-Empfehlung meinerseits und bekommt dadurch 10 von 10 Punkten.

Ich danke Caroline Brinkmann auch für die tolle Leserunde auf lovelybooks!

Weitere Infos:

  • Verlag: One (Bastei Lübbe)
  • Seitenanzahl: 605 Seiten als Hardcover
  • Preis: 18,00 € als Hardcover
  • ISBN: 978-3-8466-0049-8

Über die Autorin:

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Caroline Brinkmann wurde 1987 im hohen Norden geboren, studierte in Göttingen Humanmedizin, ist heute als Ärztin tätig und schreibt, wann immer sie Zeit dafür findet.
2013 gründete sie das Tintenfeder-Autorenportal, das angehende Schriftsteller über die Verlagsbranche aufklärt. Die Perfekten ist der erste Roman der Autorin, der im ONE-Programm erscheint.
Quelle: Autorenseite Bastei Lübbe

4 Gedanken zu „Rezension: Die Perfekten von Caroline Brinkmann

    1. Wäre echt cool. 😀 Kannst mir ja dann was dazu sagen, hihi. Ich kann nämlich leider nicht zur FBM, auch, wenn ich es geplant hatte… Grüß sie lieb von mir. 🙂

      Liebe Grüße
      Denise

      Gefällt mir

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