Rezension: Die wundersame Welt der Fabelwesen von Vanessa Riese

Heute rezensiere ich das Buch „Die wundersame Welt der Fabelwesen“ von Vanessa Riese. Es erschien am 01. Juni 2017 bei Impress, dem digitalen Label vom Carlsen-Verlag.

Klappentext:

Drachen, Feen, Einhörner: Diesen und vielen anderen magischen Wesen begegnet die 17-jährige Abigail Tag für Tag. Gemeinsam mit ihrer Tante versorgt sie, tief verborgen in einer Hütte im Wald und abseits der Menschenwelt, kranke und verletzte Fabelwesen. Zu gerne würde Abigail bei der Tierpflege ihre besondere Gabe einsetzen – wenn ihre Tante ihr das nicht ausdrücklich verboten hätte. Doch dann trifft sie auf den äußerst charmanten Darien mit den saphirblauen Augen und ihre wahre Bestimmung scheint sie schließlich einzuholen…

Design:

Das Cover ist so wunderschön. Ich hatte mich sofort verliebt, als ich es gesehen habe. Es wirkt märchenhaft und lädt zum Träumen ein. Einfach nur gut gelungen! Die Fabelwesen runden es auf zauberhafte Art ab und umranden die beiden schwarzen Personen in der Mitte auf eine gute Art und Weise.

Meine Meinung:

Abigail lebt mit ihrer Tante in einer Hütte im Wald und zusammen kümmern sie sich um verletzte Fabelwesen. Sie selbst hat die Fähigkeit zu heilen, allerdings hat ihre Tante ihr verboten, diese Fähigkeit einzusetzen. Abigail hört nicht auf sie und nutzt ihre Fähigkeit trotzdem. So nehmen die Dinge ihren Lauf und das Unheil bricht über die beiden herein. Kurz darauf nimmt Darien sie mit zu dem Ort, an dem sie endlich ihre Eltern kennen lernt und alles über ihre Kräfte erfährt… Wirklich alles?

Ich muss leider zugeben, dass mich dieses Buch sehr enttäuscht hat. Ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut und kurz nach Release gleich mit dem Lesen begonnen. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass meine Erwartungen viel zu hoch waren. Leider.

Zugegeben, der Beginn ist gut. Die Autorin hat einen guten Einstieg in die Geschichte geschaffen. Man lernt den Alltag von Abigail und ihrer Tante kennen und bekommt einen Einblick in die Vielfalt der Fabelwesen. Da hat die Autorin auch einiges drin verbaut. Es waren wirklich viele. Leider hat mir an dieser Stelle eine Art Glossar am Ende gefehlt. Das hätte den Überblick ein wenig erleichtert.

Als es dann spannend wird und Abigail entführt wurde, fing es für mich an, chaotisch zu werden. Abigail wiederholte sich alle paar Seiten. Immer wieder meckert sie darüber, dass sie ja entführt wurde und ihrer verletzten Tante helfen und ihren besten Freund finden muss. Dann erkundet sie wieder ihre Umgebung und alles scheint vergessen. Bis sie sich wieder wie eine kleines Kind mit ihrem Vater streitet oder anderweitig darauf herumhackt, dass sie nicht freiwillig dort ist.

Auch wirkte sie auf mich zu gewollt tough. Ich hab ihr nicht abgenommen, dass sie wirklich so ist. Die Sprüche und Kommentare haben einfach nicht zu dem Bild passen wollen, das ich von Abigail hatte. Sie wirkte damit unecht und ich hatte Probleme, einen Zugang zu ihr zu finden. Auch fand ich ihre Kommentare vor allem ihrem Vater gegenüber manchmal sehr grenzwertig und respektlos. Sie hat zickiger reagiert, als es nötig gewesen wäre. Das hat einiges an Spaß genommen, muss ich leider sagen und nicht zu ihr gepasst.

Auch mit den Nebenfiguren wurde ich nicht warm. Irgendwie blieben sie ohne Tiefe und haben mich auch nicht überzeugt. Der kleine Lobster war zwar echt süß, aber irgendwie hat mir einfach etwas gefehlt. Auch die anderen Fabelwesen wurden schön geschildert und manche habe ich auch in mein Herz geschlossen, aber der Ort an sich war sehr schwammig. Ich konnte mir die Anlage und das Haus von Abigail nicht richtig vorstellen. Es war alles ein wenig zu vage.

Manche storyrelevanten Dinge wurden mir zu einfach abgehandelt. Es fehlten teilweise für mich schlüssige Erklärungen oder die Hintergründe hinter wichtigen Aspekten. Auch wurden manche Fragen nur unzureichend erklärt, zum Beispiel was mit ihrer Tante passiert ist oder wieso Abigail so stark ist. Immer wieder wartete ich auf mehr, auf den großen Knall, auf die Antworten zu den vielen Fragen und am Ende wurde ich ohne diese Antworten stehen gelassen.

Fazit:

Für meinen Geschmack waren es einfach zu viele Lücken und zu viele Unstimmigkeiten. Zu viel hat nicht gepasst und die Geschichte hätte noch einige Überarbeitungsdurchgänge gebraucht. So hat sie mich leider nicht überzeugen können. Der Grundgedanke und das Grundgerüst waren solide. Auch der Spannungsaufbau ist der Autorin immer wieder gut gelungen. Leider haperte es dann aber an der Auflösung der Situationen. Daher gebe ich der Geschichte nur 5 von 10 Punkten.

Weitere Infos:

  • Verlag: Carlsen IMPRESS
  • Seitenanzahl: 267 Seiten
  • Preis: 3,99 €
  • ISBN: 978-3-646-60275-3

Über die Autorin:

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Vanessa Riese wurde Mitte der 80er Jahre in der Großmetropole Berlin geboren. Schon von klein auf war sie eine begeisterte Leseratte und schrieb im Alter von fünfzehn Jahren, damals noch mit Füller, ihre ersten Geschichten auf – doch erst viel später sollte ein Roman daraus entstehen. Wenn sie einmal nicht hinter der Tastatur sitzt, dann folgt sie ihrer zweiten großen Leidenschaft, dem Fußballschauen. Zusammen mit ihren beiden Katzen lebt sie in Berlin und arbeitet in der Forschung.

Quelle: Carlsen-Autorenseite

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