„Die Welt ist so schlecht gerade.“

Diesen Satz lese ich in den letzten Stunden fast überall. Und überall posten Leute, wie viel Angst sie haben und deshalb Event XY absagen, zuhause bleiben oder öffentliche Verkehrsmittel meiden. Und zusätzlich noch, dass sie an jeder Ecke Gefahr sehen. Und es stimmt mich traurig. 
Angst ist eine gute Freundin – aber auch heimtückisch und gefährlich. 

Angst kann die Aufmerksamkeit erhöhen, dich vorwarnen und dich aus Gefahrensituationen retten. Aber sie kann auch dafür sorgen, dass wir nicht mehr klar sehen, panisch werden und Gefahren sehen, wo keine sind. Angst kann Hass und Misstrauen schüren. Sie treibt Menschen auseinander und ist der Nährboden für Terrorismus und Fremdenhass. 

Wir dürfen Angst haben, aber sie darf uns nicht kontrollieren. Wir müssen versuchen, einen klaren Kopf zu bewahren. Angst darf uns nicht in unserem Leben einschränken, unsere Lebensfreude nehmen und uns einreden, dass jeder nur Schlechtes möchte. Dem ist nicht so. Ja, es gibt Menschen auf der Welt, die schlimme Dinge tun. Ja, an jeder Ecke könnte Gefahr lauern. Aber genauso gut kann es passieren, dass man stolpert und unglücklich den Kopf an einem Tisch oder einem Fenster anschlägt. Oder dass nachts ein Kabel durchbrennt. Sollen wir deshalb dauernd in Watte rumlaufen? Nein. 

Wir haben nur ein Leben. Wir haben eventuell auch nur noch diesen einen Geburtstag, dieses Jahr, die nächsten 10 Jahre. Wir wissen nicht, wann, wo und wie wir sterben werden. Aber wir können anfangen, diese ungewisse Zeit zu genießen. Die Welt wird nicht schöner, wenn jeder sich nur mit den negativen Aspekten beschäftigt. Sie wird schöner, wenn jeder Einzelne anfängt, das Leben zu genießen, täglich Leuten etwas Gutes tut und hilft, wo er kann. Wenn wir anfangen, an jedem Tag Schönheit und Glück zu erkennen, erfüllen wir uns selbst mit dem größten Geschenk. Ja, es gibt schlechte Tage. Aber die muss es geben, um die guten zu erkennen und zu unterscheiden. Ebenso muss es schlechte Nachrichten und Taten geben, um sich über die guten zu freuen. Aber es gibt nicht viel mehr schlechtes als früher. Vielleicht wird gerade mehr berichtet und deshalb kommt es uns mehr vor. Aber die Welt war schon immer so. 

Dass sie schlecht wirkt, liegt aber an unserer Wahrnehmung und eben an der Berichterstattungsmanier der Nachrichtensender. Es is spannender, über Terror, Tod, Angst und Chaos zu informieren als über Jugendliche, die einer alten Frau über die Straße helfen oder Nachbarn, die im Einklang und mit freundschaftlicher Atmosphäre nebeneinander wohnen.  
Es sind oft die kleinen Dinge. Sei es eine einsame Blume auf einer Wiese oder an einer Straße. Sei es ein Schmetterling, der zu deinem Fenster hinein fliegt. Sei es die Nachbarin, die dich dankbar anlächelt, wenn du ihr hilfst, die Einkäufe nach Hause zu tragen. Oder sei es die alte Frau, die sich darüber freut, wenn man sie beim Vorbeigehen grüßt. 

Mich erfüllt es mit Glück, wenn ich Leuten ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern kann. Und das ist leichter, als man sich oft eingestehen will. Es fängt schon bei einem selbst: Tu dir gutes, achte auf deine Gesundheit und gehe mit einem Lächeln im Gesicht durch die Welt. 

Und schon sehen die schlechten Nachrichten weniger schlimm aus. Schon schrumpft die Angst auf eine Größe, die man kontrollieren kann. Und schon ist die Welt ein besserer Ort, als man vorher gedacht hat. 
Jeden Tag geschehen schlimme Dinge. Aber jeder Tag bringt auch kleine Wunder mit sich. Wir müssen sie nur erkennen. 

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